Dreimal 24mm an der Canon EOS 5D Mark II
09.04.2009
An einer hochauflösenden
Vollformat-Kamera wie der Canon EOS 5D Mark II machen eigentlich
nur beste Optiken Sinn. Sonst nehmen ihre Bilder nur viel Platz auf
Speicherkarte und Festplatte in Anspruch, bieten aber nicht mehr
die volle Auflösung des teuer bezahlten Chips.
Besonders heikel in Sachen optischer Qualität sind Weitwinkel-Objektive. Hier sorgen oft geometrische Verzeichnungen (kissen- oder tonnenförmig) und - besonders in den Randbereichen - chromatische Aberrationen für Ärger.

Ich habe meine drei Objektive im Bereich des klassischen Weitwinkelbereichs von 24mm in einem kleinen Praxistest gegeneinander antreten lassen.
Die Rahmenbedingungen:
Diese Parameter sollten Fehler durch Erschütterungen ausschliessen und einen objektiven Objektivvergleich ermöglichen.
Test 1: Backsteinmauer
Die Backsteinmauer entblösst geometrische Verzeichnungen ziemlich gnadenlos. Hier fiel besonders das EF 24-105mm / 4L aus der Reihe. Die kissenförmige Verzeichnung ist auch in den verkleinerten Bildern unten gut zu erkennen. Das EF 4L/17-40mm und das EF 2.8/24mm liegen hier praktisch gleichauf, meine optische Beurteilung ist für das Zoomobjektiv sogar leicht besser als für die Festbrennweite.
Canon EF 2.8/24mm (f 4)

Canon EF 4L/17-40mm (f 4)

Canon EF 4L/24-105mm (f 4)

Test 2: Abbildungsqualität in der Ecke oben rechts
Die Ausschnitte sind 100%-Crops aus den Originalbildern der Kamera. Sie decken grosse Unterschiede zwischen den Optiken, aber noch mehr zwischen den verschiedenen Blendenstufen auf. Soviel vorweg: Blende 8 bietet die beste Qualität. Getestet wurden die Blenden 4 und 8 sowie Offenblende 2.8 beim EF 2.8/24mm.
Die Reihenfolge erfolgt nach Blendenwert.
Canon EF 2.8/24mm (f 2.8), 100%-Ausschnitt

Canon EF 2.8/24mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 2.8/24mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Was für ein Unterschied zwei Blendenstufen machen können. Bei Blende 8 liefert das günstige 24mm Fix-Weitwinkel das beste Ergebnis der Testserie.
Canon EF 4L/17-40mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 4L/17-40mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Deutlich besser als bei Offenblende, aber immer noch kontrastärmer als das EF 2.8/28mm bei gleicher Blende.
Canon EF 4L/24-105mm (f 4), 100%-Ausschnitt

In Sachen Kontrast das beste Ergebnis bei Blende 4. Die Festbrennweite und das 17-40mm sind hier deutlich flauer.
Canon EF 4L/24-105mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Die zwei Blendenstufen bringen nur wenig Kontrast. In Sachen Auflösung / Schärfe liegt hier das EF 4L 24-105mm hinter den beiden andern Objektiven.
Test 3: Abbildungsqualität in der Ecke oben rechts
Im letzten Vergleich geht es wieder um den Randbereich oben rechts. Diesmal bei einem Sujets das mehr Kontrast aufweist und chromatische Aberrationen aufdecken soll.
Hier ein verkleinertes Original, das mit allen drei Objektiven identisch aufgenommen wurde.

Canon EF 2.8/24mm (f 2.8), 100%-Ausschnitt

Ziemlich flau, wie Nebel. Im Gerüst violette Fehlfarben.
Canon EF 2.8/24mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 2.8/24mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Wieder eine deutliche Steigerung von Blende 4 auf Blende 8. So stören auch die Aberrationen weniger, auch wenn sie im Gerüst deutlich als violetter Saum sichtbar sind.
Canon EF 4L/17-40mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 4L/17-40mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Auch diese Optik sollte besser um 2 Stufen abgeblendet werden.
Canon EF 4L/24-105mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Etwas unscharf, aber wieder deutlich mehr Kontrast als die beiden anderen Optiken bei Blende 4. Die chromatischen Aberrationen sind recht gut im Griff bei Offenblende.
Canon EF 4L/24-105mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Noch weniger Farbfehler, aber kaum mehr Schärfe. Das fixe 24mm löst bei dieser Blende besser auf.
Fazit
Es gibt keinen klaren Sieger aus diesem Praxisvergleich.
Die günstige Festbrennweite EF 2.8/24mm bietet gute geometrische Abbildung und einen Tick mehr Auflösung, aber das auch nur bei Blende 8. Seine zusätzliche Blendenstufe muss mit viel Kontrastverlust in den Randbereichen erkauft werden. Zudem hat diese Optik keinen leisen USM-Autofokus wie die beiden L-Zooms, ist aber deutlich kleiner und leichter als diese.
Das Superweitwinkel (auf der 5D Mark II) EF 4L/17-40mm hat wenig Verzeichnung und kommt abgeblendet in der Auflösung an die Festbrennweite heran. Bei Offenblende aber ist es auch recht flau. Mit seinen weiten 17mm ist es aber empfehlenswert für Liebhaber extremer Bildwinkel.
Das Standardzoom der 5D und 5D Mark II EF 4L/24-105mm ist in Sachen Verzeichnung das Schlusslicht des getesteten Trios. Allerdings rechnen RAW-Konverter wie DxO Optics Pro oder die Canon eigene Software Digital Photo Professional diese Fehler aus den Bildern raus. Zudem verfügt dieses Zoomobjektiv über eine optische Bildstabilisierung (IS), die auch das Arbeiten mit kleineren Blendenöffnungen bei schlechten Lichtverhältnissen zulässt. Es ist aber das grösste und gewichtigste Objektiv des Vergleichs.
Disclaimer
Dieser Objektivvergleich erfolgte nach meinen persönlichen Praxiskriterien. Die Ergebnisse wurden rein optisch und subjetiv beurteilt.
Besonders heikel in Sachen optischer Qualität sind Weitwinkel-Objektive. Hier sorgen oft geometrische Verzeichnungen (kissen- oder tonnenförmig) und - besonders in den Randbereichen - chromatische Aberrationen für Ärger.

Ich habe meine drei Objektive im Bereich des klassischen Weitwinkelbereichs von 24mm in einem kleinen Praxistest gegeneinander antreten lassen.
Die Rahmenbedingungen:
- fixer Weissabgleich (Wolkig bzw. Cloudy)
- Kamera auf Stativ
- Spiegelverriegelung
- 2 Sekunden Selbstauslöser
- beim 24-105mm war der Image Stabilizer (IS) ausgeschaltet
- Empfindlichkeit 100 ISO
- JPEG in höchster Auflösung
- Verschlusszeiten zwischen 1/125 und 1/3000 Sekunde.
Diese Parameter sollten Fehler durch Erschütterungen ausschliessen und einen objektiven Objektivvergleich ermöglichen.
Test 1: Backsteinmauer
Die Backsteinmauer entblösst geometrische Verzeichnungen ziemlich gnadenlos. Hier fiel besonders das EF 24-105mm / 4L aus der Reihe. Die kissenförmige Verzeichnung ist auch in den verkleinerten Bildern unten gut zu erkennen. Das EF 4L/17-40mm und das EF 2.8/24mm liegen hier praktisch gleichauf, meine optische Beurteilung ist für das Zoomobjektiv sogar leicht besser als für die Festbrennweite.
Canon EF 2.8/24mm (f 4)

Canon EF 4L/17-40mm (f 4)

Canon EF 4L/24-105mm (f 4)

Test 2: Abbildungsqualität in der Ecke oben rechts
Die Ausschnitte sind 100%-Crops aus den Originalbildern der Kamera. Sie decken grosse Unterschiede zwischen den Optiken, aber noch mehr zwischen den verschiedenen Blendenstufen auf. Soviel vorweg: Blende 8 bietet die beste Qualität. Getestet wurden die Blenden 4 und 8 sowie Offenblende 2.8 beim EF 2.8/24mm.
Die Reihenfolge erfolgt nach Blendenwert.
Canon EF 2.8/24mm (f 2.8), 100%-Ausschnitt

Canon EF 2.8/24mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 2.8/24mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Was für ein Unterschied zwei Blendenstufen machen können. Bei Blende 8 liefert das günstige 24mm Fix-Weitwinkel das beste Ergebnis der Testserie.
Canon EF 4L/17-40mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 4L/17-40mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Deutlich besser als bei Offenblende, aber immer noch kontrastärmer als das EF 2.8/28mm bei gleicher Blende.
Canon EF 4L/24-105mm (f 4), 100%-Ausschnitt

In Sachen Kontrast das beste Ergebnis bei Blende 4. Die Festbrennweite und das 17-40mm sind hier deutlich flauer.
Canon EF 4L/24-105mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Die zwei Blendenstufen bringen nur wenig Kontrast. In Sachen Auflösung / Schärfe liegt hier das EF 4L 24-105mm hinter den beiden andern Objektiven.
Test 3: Abbildungsqualität in der Ecke oben rechts
Im letzten Vergleich geht es wieder um den Randbereich oben rechts. Diesmal bei einem Sujets das mehr Kontrast aufweist und chromatische Aberrationen aufdecken soll.
Hier ein verkleinertes Original, das mit allen drei Objektiven identisch aufgenommen wurde.

Canon EF 2.8/24mm (f 2.8), 100%-Ausschnitt

Ziemlich flau, wie Nebel. Im Gerüst violette Fehlfarben.
Canon EF 2.8/24mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 2.8/24mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Wieder eine deutliche Steigerung von Blende 4 auf Blende 8. So stören auch die Aberrationen weniger, auch wenn sie im Gerüst deutlich als violetter Saum sichtbar sind.
Canon EF 4L/17-40mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Canon EF 4L/17-40mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Auch diese Optik sollte besser um 2 Stufen abgeblendet werden.
Canon EF 4L/24-105mm (f 4), 100%-Ausschnitt

Etwas unscharf, aber wieder deutlich mehr Kontrast als die beiden anderen Optiken bei Blende 4. Die chromatischen Aberrationen sind recht gut im Griff bei Offenblende.
Canon EF 4L/24-105mm (f 8), 100%-Ausschnitt

Noch weniger Farbfehler, aber kaum mehr Schärfe. Das fixe 24mm löst bei dieser Blende besser auf.
Fazit
Es gibt keinen klaren Sieger aus diesem Praxisvergleich.
Die günstige Festbrennweite EF 2.8/24mm bietet gute geometrische Abbildung und einen Tick mehr Auflösung, aber das auch nur bei Blende 8. Seine zusätzliche Blendenstufe muss mit viel Kontrastverlust in den Randbereichen erkauft werden. Zudem hat diese Optik keinen leisen USM-Autofokus wie die beiden L-Zooms, ist aber deutlich kleiner und leichter als diese.
Das Superweitwinkel (auf der 5D Mark II) EF 4L/17-40mm hat wenig Verzeichnung und kommt abgeblendet in der Auflösung an die Festbrennweite heran. Bei Offenblende aber ist es auch recht flau. Mit seinen weiten 17mm ist es aber empfehlenswert für Liebhaber extremer Bildwinkel.
Das Standardzoom der 5D und 5D Mark II EF 4L/24-105mm ist in Sachen Verzeichnung das Schlusslicht des getesteten Trios. Allerdings rechnen RAW-Konverter wie DxO Optics Pro oder die Canon eigene Software Digital Photo Professional diese Fehler aus den Bildern raus. Zudem verfügt dieses Zoomobjektiv über eine optische Bildstabilisierung (IS), die auch das Arbeiten mit kleineren Blendenöffnungen bei schlechten Lichtverhältnissen zulässt. Es ist aber das grösste und gewichtigste Objektiv des Vergleichs.
Disclaimer
Dieser Objektivvergleich erfolgte nach meinen persönlichen Praxiskriterien. Die Ergebnisse wurden rein optisch und subjetiv beurteilt.
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