Die Canon HV20 mit dem Konverter WD-H43

Der Weitwinkel-Adapter WD-H43 soll den engen Bildwinkel des Camcorder HV20 um den Faktor 0,7 erweitern und gleichzeitig die HD-Schärfe bis an die Bildränder erhalten. Der WD-H43 ist robust gebaut und wird mit einer Ledertasche und zwei Schutzdeckeln geliefert (Front- und Hinterlinse).
Die Qualität hat auch ihr Gewicht. Wiegt meine HV20 mit Akku federleichte 620 Gramm, erhöht sich das Gewicht mit montiertem WD-H43 auf 964 Gramm. Die zusätzlichen 344 Gramm an der Frontlinse lassen das Gleichgewicht der Kamera denn auch deutlich nach vorne kippen. Ein weiterer Minuspunkt: kein Schraubgewinde an der Front. Damit wird die Montage von Sonnenblenden oder Filtern zu einem schwierigen Gebastel.
Immerhin: die stabile Konstruktion aus Metall und Glas verspricht eine gute optische Leistung. Mit ein paar Testfotos ab Stativ wollte ich die unter die Lupe nehmen und mit meinem alten Weitwinkelaufsatz von Raynox HD-5000 PRO (Testbericht) vergleichen.

HV20withWDH43
Die Canon HV20 mit aufgeschraubtem WD-H43: klein und leicht, das war mal...

HV20withRAYNOX
Die gleiche Kamera mit dem Raynox HD-5000 PRO: kleiner, leichter, aber mit Randschatten im Bild.


Der Vergleich
Ab Stativ wurde dasselbe, detailreiche Sujet mit den zwei Konvertern und ohne Konverter in HD-Auflösung fotografiert (auf die Speicherkarte der HV20). Fokussierung und Belichtung wurden durch die Kamera gesteuert. Der Weissabgleich und die Verschlusszeit waren fixiert. Um die Schärfe zu überprüfen finden Sie unten auch einzelne 100%-Crops aus den Aufnahmen. Wenn Sie die Bilder direkt anklicken, können Sie auch die grossen Originaldateien anschauen oder herunterladen.


1.) Canon HV20 ohne Aufsatz, in voller Weitwinkelstellung
Wenig Bildwinkel, aber sonst eine gute optische Leistung: kaum Verzeichnungen der Parallelstrukturen und kaum chromatische Aberationen.

HV20_01_s

Der Ausschnitt, aus dem unteren rechten Bildrand:
HV20_crop



2.) HV20 mit dem Canon Wide-Converter WD-H43 0.7x:
Gleicher Abstand, gleiche Position: deutlich mehr vom Bild, gute Schärfe, aber auch gekrümmte Linien am Bildrand.

HV20&WD-H43_s

Das Detail (100%-Crop)
HV20&WDH43_crop


3.) HV20 mit Rayon HD-5000 PRO
Der Adapter ist klein und leicht und hat sogar ein Frontgewinde. Doch trotz einem speziell kurzen Adapterring auf die 43mm der HV20 vignettiert er. Auf dem Bildschirm ist diese Abschattung nicht zu erkennen (er zeigt eine noch kleinere Fläche). Auch beim Näherzoomen geht der Schatten nicht so schnell verloren.

HV20&RAYNOX5000_s
HV20 mit Raynox HD-5000 PRO, volle Weitwinkelstellung. Deutlich weiter als beim WD-H43 aber leider mit schwarzen Schatten.

Das Detail:
HV20&Rayon_crop
Etwas flauer als beim WD-H43, aber eigentlich noch ganz ok.


Auch beim Hereinzoomen geht der Schatten nicht so rasch weg.
HV20&RAYNOX5000_Z1_s
Eine Zoomstufe näher (kurz angetippt).

HV20&RAYNOX5000_Z2_s
Zwei Zoomstufen näher. Auch hier ist das Bild allerdings noch geringfügig weiter als mit dem WD-H43.


Fazit:
Wer die HV20 richtig brauchen will, kommt um einen Weitwinkeladapter nicht herum. Und wer damit schattenfrei filmen will, sollte besser zum etwas teueren Canon-Originalteil greifen (Preise für die Schweiz). Schade nur, dass Canon trotz der aufwendigen Konstruktion die Verzeichnungen nicht besser in den Griff kriegt. Für seriöse Filmer auch ärgerlich ist das fehlende Frontgewinde. Eine Sonnenblende erhöht in vielen Situationen die Bildqualität, das sollte man doch bei Canon wissen. Und: Grau- oder Polfilter machen auch auf Videokameras Sinn.
Wie man trotzdem eine Sonnenblende auf den Aufsatz kriegt zeigt Wolfgang Winne (auf dieser Seite, ganz unten)
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